Potsdam, 1. Juni 2008: Der Stellv. Vorsitzende des SeSamBB e.V. und Geschäftsführer des ASQF e.V., Stephan Goericke, hat Forderungen nach einer Verschärfung des Datenschutzes in Unternehmen zurückgewiesen: "Derartige Forderungen verkennen die Realität. Zum einen gelten in Deutschland bereits vergleichsweise sehr strenge Regeln für die Unternehmen. Zum anderen setzen sich die Unternehmen schon aus eigenem Sicherheitsinteresse selbst hohe Standards." Da die meisten namhaften Unternehmen ohnehin ISO-zertifiziert seien oder entsprechend arbeiten müssten, bestehe für eine Verstärkung kein Bedarf, so Goericke weiter. "Kriminelle Energien halten auch die strengsten Regeln nicht ab."
Die Verbände verweisen in diesem Zusammenhang erneut auf den Nachholbedarf der öffentlichen Verwaltung: "Es wäre löblich, wenn die Verwaltung nach den gleichen Regeln arbeiten würde, die sie von der Wirtschaft erwartet. Dies ist jedoch mangels einheitlicher Standards in den Verwaltungen nicht der Fall. Heute kann in der Verwaltung niemand den Datenschutz garantieren, weil es insbesondere in den IT-Architekturen totalen Wildwuchs gibt“, so Goericke. Das zu ändern, auch angesichts großer Projekte wie der EU-Dienstleistungsrichtlinie, sei die vordringliche Aufgabe von Politik und Verwaltung.
Der 1996 gegründete ASQF e.V. (Arbeitskreis Software-Qualität und -Fortbildung) ist Deutschlands größtes Expertennetzwerk für Software-Qualität und somit wichtiger Ansprechpartner für Entwickler, Entscheider und Unternehmensgründer der gesamten IT-Branche. Zu den 600 Mitgliedern gehören Großunternehmen wie SAP, Siemens, T-Systems, Hewlett Packard, Deutsche Post und Bundesbank und mittelständische Betriebe, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Einzelpersonen.
Das Kooperationsnetzwerk „SeSamBB – Security and Safety made in Berlin-Brandenburg“ ist die zentrale offene Kooperationsplattform für alle Beteiligten des Branchenfeldes Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in der Hauptstadtregion. Durch Vernetzung und konzertierte Aktivitäten sollen Qualität, Innovationskraft, Wertschöpfung und Kosteneffizienz der Sicherheitsindustrie der Region nachhaltig gestärkt und ausgebaut werden. Das Netzwerk SeSamBB wird vom Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA) aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg gefördert.
Weitere Informationen sind im Internet unter www.isqi.org zu finden.
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